Allgemeines zu den Lanzschen Glühkopfbulldogs
*Text aus "Traktoren in Deutschland 1907 bis heute" (Klaus Herrmann)

 In der Gegend Deutschlands südlich des Mains spricht man bis heute nicht vom Schlepper oder Traktor sondern vom Bulldog. Ein John Deerre wird sogar oft noch als Lanz bezeichnet. Hier hat es die Firma Lanz geschafft (wenn auch nicht beabsichtigt) aus einem Produktnamen eine Bezeichnung für eine ganze Art zu machen. Dies geht sogar so weit damit der Bulldog in vielen Lexika oder gar im Duden ,wo man ihn als "die Zugmaschine schlechthin" erklärt, seinen Einzug hielt. Es ist schon etwas eigenartig wenn eine Produktbezeichnung oder auch ein Firmenname sich selbst überdauert und nunmehr seit 43 Jahren nachdem der letzte Lanz Bulldog vom Band rollte immer noch in dem heutigen sprachgebrauch der Menschen vorhanden ist. Was hat dem Lanz Bulldog diesen legendären Ruf verschafft? Vielleicht lag es an dem Aussehen der Bulldogs, dessen Zylinderkopf mit den Schutzkappen und Enlüftungslöchern dem Kopf einer Bulldogge ähnelten. Auch typisch ist der horizontal angebrachte Auspuffkamin mit der Doppelkegelform. Wenn man auf einem Schleppertreffen vor dem Stellplatz steht und die Lanz Bulldogs sucht, muß man nur nach dem Doppelkegelauspuff Ausschau halten der die meisten anderen Schlepper überragt um zu den großen Einzylindern zu finden. Das Aussehen der Bulldogs kann man bei allen Generationen vom 12erLanz bis zu den Volldiesel als äußerst kraftvoll und bullig bezeichnen. Zu ihrem Äußern paßte auch das Motorgeräusch, das sich wie dumpfer Hammerschlag anhört und begleitet wird vom ständigen hin und her ruckeln und vibrieren des gesamten Fahrzeugs. Insgesammt produzierte die Firma Lanz innerhalb von 39 Jahren 219253 Schlepper. Der Anteil der Bulldogs mit ihren langsamlaufensen 1 Zylinder 2 - Takt Motoren beträgt ca. 98%.
 

1921 wurde auf der DLG in Leipzig der erste Rohölschlepper der Welt in der Öffentlichkeit vorgestellt. Gebaut unter der Führung von Ing. Dr. Huber war er mit einem 12 PS starken Glühkopfmotor ausgerüstet. Den Namen " BULLDOG " bekam er von den Mitarbeitern des Dr. Huber welche aufgrund seines Aussehens ähnlichkeiten mit einer englische Bulldogge feststellten.
Im Jahr 1926 folgte der 10,3 Liter Verdampfer Großbulldog, der die HR- Serie begründete. Er verfügte über ein 4 - Gang Getriebe. Zum rückwärtsfahren mußte die Drehrichtung des Motors umgesteuert werden.Vom HR 2 Großbulldog konnten innerhalb von nur 3 Jahren 7230 Einheiten in verschiedenen Ausführungen verkauft werden. Schon in den 20er Jahren wurde ein großer Teil der Bulldogs ins Ausland exportiert. So auch in tropische Länder, wobei sich seine Verdampdungskühlung, wegen der dortigen Hitze und der Wasserknappheit, als schlecht geeignet herausstellte.
Nur 3 Jahre später stellte Lanz den HR5 und den HR6 Bulldog vor, die mit einer Thermosyphonkühlung, neuem Getriebe und Rückwärtsgang ausgerüstet waren vor.Dieser Bulldog wurde dann mit geringen Veränderungen bis 1954 gebaut. Eigentlich war 1952 schon die Zeit der Glühköpfe vorbei, denn ab diesem Jahr baute Lanz die Halbdieselbulldog.

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