Fertige Restauration des Lanz D 8506

Nach ca. 6 Monaten  war der Schlepper technisch und nach einem Jahr auch optisch komplett überholt. In dieser Zeit wurden ca. 2500Arbeitsstunden für die Restauration aufgewendet. Zu den Arbeitsstunden muß man sagen daß es eine vorsichtige Schätzung ist. Den meine Frau hat bei 500 Stunden aufgehört zu zählen. Von den 2500 Stunden entfallen ungefähr 1500 auf mich, 500 auf meinen Vater und 500 auf meinen Opa (der viele Kleinteile gedreht oder gedrechselt hat z.B. Schaltgriffe aus Holz). Zu erwähnen sei auch die Arbeit von meinem Schwager und von einem Nachbarn die schwerer zu bearbeitende Teile gefräßt oder gedreht haben. Nicht zu vergessen Herbert Kunkelmann welcher mir geholfen hat den Bulldog mit seinem LKW aus Landshut abzuholen.

Die meisten Ersatzteile bezog ich von der Firma Bausch aus Hadamar/ Steinbach. Diverse Ersatzteile und Kühler habe ich von Damme aus Lommatzsch oder auch von Oppermann aus Limburg.

Nun einige Bilder vom Kauf des Bulldogs im damaligen unrestaurierten Zustand über die technische Restauration bis zum fertigen Produkt.



Der Bulldog auf dem Hof des Vorbesitzers im gebrauchten Zustand:



Nach der technischen Restauration nach ca 8 Monaten:



Nach einem Jahr, ca 2500 Arbeitsstunden später, technisch und optisch restauriert:


Der Bulldog wurde erst grundiert und anschließend ganz leicht mit 400er Schmiergelpapier überschliffen. Leichte Rostnarben an den Blechen konnten somit überdeckt werden. Die grobe Struktur des Guß oder aber z.B.die Schweißnähte wo der Tank zusammengefügt ist kann man noch schön erkennen.Als Hauptfarbe wählte ich den Ton in welcher der Bulldog das Werk in Mannheim verlassen hat -  Lanzvorkriegsgrau (glänzend). Die Felgen, alle Deckel, Düsenrad, Dieselabsperrrad, Schmiernippel, Dieselpumphebel und die Schrift "Lanz Bulldog" auf dem Wasserkasten lackierte ich in handelsüblichen Ral 3000 (Feuerwehrrot).

Den kompletten Auspuff und den Glühnasenhalter wurden mit Auspufflack (Schwarz matt) gesprüht. Dieser Lack brennt sich ein wenn der Motor läuft und hält Temperaturen bis 750 Grad Celsius aus.
Die Schriften auf dem linken und rechten Schwungradschutz wie auch auf der Rückseite der Sitzbank habe ich nach Originalen von einem Werbegrafiker anfertigen lassen.

Die Sitzbank ist ein Eigenbau und nach beiden Seiten schwenkbar. Klappt man  die linke Sitzhälfte hoch so hat man einen schönen und einfachen Aufstieg auf den Führerstand. Unter der rechten Sitzhälfte ist ein Staufach untergebracht, zu erreichen durch einfaches hochklappen des Sitzes. Die beiden Sitzbankhälften  werden durch 6 Schrauben und Schnellverschlüsse fest in ihrer Position gehalten. Möchte ich mit dem Original Federsitz fahren so ist der Umbau in ca. 10 Minuten geschafft. Die geteilte, gefederte Sitzebank und die Rückenlehnen sind selbst gebaut und von einem Nachbarn mit schwarzem Kunstleder bezogen worden.

Der Wasserkasten wird über den stillgelegten Dochtöler enlüftet, um die häßlichen Kalkflecken des getrockneten Kühlwassers zu vermeiden welches normalerweise aus dem Deckel des Wasserkasten durch den Überdruck bei erhitzung austritt.
Alle bis auf eines der beschrifteten Schildern konnte ich retten. Sie wurden nach der Aufarbeitung mit Klarlack überzogen.

Bei der Restauration wurde auf Originalität auch im Detail geachtet. Abweichungen vom Originalzustand (eigentlich nur die Sitzbank und der Batteriekasten) können innerhalb kurzer Zeit auf Original zurückgebaut werden.  Weitere Änderungen des Urzustand ist die Installation der komplette elektrische Anlage und der Einbau der Hinterradbremse. Diese Änderungen waren aber insofern von Nöten um die TÜV Plakette zu erhalten und sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen.


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